AIDS in der Gesellschaft

Aufgrund der Infektion mit HIV muss vielleicht nicht mehr jeder Mensch früher sterben, als es bei einem gesunden Menschen der Fall ist, wenn die Therapie rechtzeitig begonnen wird. Doch dies bedeutet nicht, dass das zwangsläufig bei jedem Infizierten der Fall ist und damit bringt die Diagnose eine große Herausforderung nicht nur für den unmittelbar Betroffenen, sondern auch für seine Familie mit sich. Es gilt daher, Möglichkeiten zu finden, mit den Infizierten zu leben, sie nicht auszugrenzen oder zu stigmatisieren. Gefordert wird daher auch eine umfassende Prävention, die zum Beispiel mit der Aufklärung schon von Kindern und Jugendlichen anfängt.

Die Bekämpfungsstrategien von Aids werden in der Regel auch ethisch hinterfragt und es gibt hier verschiedene Sichtweisen. Während die einen für einen technischen Schutz gegen die Ausbreitung der Krankheit sind, wollen die anderen dies so nicht handhaben, etwa aus religiösen und ethischen Gründen. Hier kommt ein Problem schon zu Tage: Kondome können helfen, die Übertragung des Virus zu verhindern. Doch religiöse Fanatiker kämpfen gegen die Verwendung von Kondomen. Sie gehen davon aus, dass mit der Verwendung von Kondomen die Promiskuität gefördert werde oder die Auslebung von "andersartigen" sexuellen Praktiken. Diese Theorien kommen in erster Linie aus Richtung der katholischen Kirche. Diese hatte einen enormen Einfluss auf die Vorbeugung der Übertragung vor allem in afrikanischen Ländern, denn die Sichtweisen der katholischen Kirche prägen hier die Menschen und sie behinderten so die Aufklärungsarbeit.

Auch in der heutigen Gesellschaft sehen sich infizierte Menschen häufig einer Ausgrenzung gegenüber. Es gibt sogar Ärzte, die die Behandlung verweigern, obwohl sie eigentlich behandlungspflichtig sind. IN einer Praxis muss zwar immer so gearbeitet werden, dass die hygienischen Umstände eine Übertragung verschiedener Krankheiten nicht möglich ist, aber die befragten Praxen gaben als Grund für die Ablehnung einer Behandlung HIV-Infizierter den erhöhten Hygieneaufwand an. Aids-Hilfen und andere Organisationen versuchen das gesamte Jahr über Aufklärungskampagnen zu starten und die Welt unter anderem zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember über die Krankheit aufzuklären.