Entstehungstheorien

Interessanterweise kommt bei Affen ein fast identischer Virus vor, wie der HI-Virus, der beim Menschen auftritt. Es wird angenommen, dass dieser Virus zwischen 32.000 und 75.000 Jahre alt ist. Dies wurde anhand von Proben festgestellt, die von der Insel Bioko stammen sowie vom afrikanischen Festland. Unterschieden wird hier zwischen dem afrikanischen SIVcpz, bei dem davon ausgegangen wird, dass HIV-1 davon abstammt, und dem SIVmac aus Asien, von dem HIV-2 stammt. Letzteres kommt weitaus seltener vor, als HIV-1.

Virologen haben an der Universität von Alabama in Birmingham im Jahr 2003 festgestellt, dass der SIVcpz kein eigener Stamm ist, sondern genauer genommen eine Kombination von zwei Virusstämmen. Diese kommen zum einen in Halsbandmangaben vor, zum anderen in Weißnasenmeerkatzen. Beide Arten zählen zur Nahrung von  Schimpansen. Dabei könnte es möglich gewesen sein, dass sich Schimpansen mit beiden Arten von Viren infiziert haben, die sich dann in ihrem Körper zu einem eigenen Stamm zusammengefunden haben und den SI-Virus bilden konnten.

Danach konnte die Übertragung auf den Menschen erfolgen. Forscher gehen davon aus, dass dies bereits vor 1930 der Fall war. Es gibt Hinweise darauf, dass in einigen Fällen bereits vorher eine Infektion stattgefunden haben könnte. Die von 1930 entstand, weil bei der Jagd Schimpansen verletzt oder weil sie verzehrt wurden. Zuerst trat der HI-Virus dann in Westafrika auf. Bis heute konnte aber nicht geklärt werden, ob es verschiedene Virusherde gab oder ob sich der Virus von einer zentralen Stelle aus verbreiten konnte.

Die älteste Blutprobe, die nachweisbare Antikörper gegen den HI-Virus enthält, ist aus dem Jahr 1959. Sie stammt aus dem Kongo und wurde einem Erwachsenen entnommen. Auch von 1960 gibt es eine Probe aus dem Kongo, aus den USA von 1969 und aus Norwegen von 1976. Dadurch wird davon ausgegangen, dass sich der Virus von Afrika aus über verschiedene Länder und schließlich über die ganze Welt verbreitet hat.