Übertragung

uebertragung Es dürfte bekannt sein, dass die Körperflüssigkeiten bei der Übertragung des HI-Virus eine Rolle spielen. So wird er über Blut, Sperma, Vaginalsekret oder über die Muttermilch übertragen. Vor allem frische und noch blutende Wunden sowie leicht verletzliche Stellen an der äußeren Haut stellen die Eintrittsmöglichkeiten für den Virus dar. Gerade beim Vaginal- oder Analverkehr wird der HI-Virus übertragen, wenn keine Kondome verwendet werden. Auch beim Oralverkehr ist eine Übertragung möglich. Des Weiteren wird die Benutzung von kontaminierten Spritzen beim Konsum von Drogen als Übertragungsweg gesehen.

Pauschalisiert werden homosexuelle Männer als Hauptgruppe angesehen, welche das größte Risiko trägt.  Die Übertragung ist auch durch Bluttransfusionen möglich, das Risiko dafür ist jedoch stark reduziert worden. Seit die Blutspender routinemäßig überwacht werden, ist das Risiko, sich mit HIV anzustecken, gesunken. Eine Restgefahr bleibt allerdings, wenn das Blut innerhalb der ersten 25 Tage nach der eigenen Ansteckung mit HIV gespendet wird, denn dann kann ein Test noch keine Infektion nachweisen.

Ist die Mutter mit dem HI-Virus infiziert, beträgt das Risiko, das Kind bei der Geburt damit anzustecken, zwischen 10 und 30 Prozent. Dieses Risiko kann auf bis zu 2 Prozent reduziert werden, wenn die Geburt per Kaiserschnitt stattfindet und wenn antiretrovirale Medikamente verabreicht werden. Die Übertragung über Insekten konnte bis heute nicht nachgewiesen werden und das Risiko wird daher als verschwindend gering eingeschätzt. Auch die Tröpfcheninfektion kann nahezu ausgeschlossen werden.

Die vielfältigen Übertragungswege ermöglichen es dem Virus immer wieder, sich erneut auszubreiten. Vor allem in weniger entwickelten Ländern, in denen die Aufklärung über die Übertragungsmöglichkeiten und AIDS an sich nicht oder nur unzureichend möglich ist, kann sich der Virus daher gut ausbreiten und wird schon auf die Kleinsten bei der Geburt übertragen. Zudem lassen die hygienischen Verhältnisse in Krankenhäusern oft zu wünschen übrig, so dass zum Beispiel Spritzen mehrfach verwendet werden. Was in Industrieländern undenkbar ist, ist in vielen der ärmsten Länder noch gang und gäbe.