Wirkstoffe

Wirkstoffe, die gegen HIV eingesetzt werden, sollen verhindern, dass sich der Virus vermehrt. Die Erkrankung kann bis zu einem gewissen Maße zum Stillstand gebracht werden und die Diagnose "HIV positiv" muss nicht mehr zwingend das Todesurteil bedeuten. Allerdings kann bis heute der Virus nicht vollständig zerstört werden und damit ist auch keine endgültige Beseitigung aus dem Körper des Patienten möglich.

Die Viren ändern immer wieder ihre Struktur und können daher nur schwer angegriffen werden. Außerdem können sie sich in einen Ruhezustand begeben, was sie für Medikamente ebenfalls nur schwer angreifbar macht. Für den Patienten bedeutet das, dass er sich einer lebenslangen Therapie unterziehen muss. Verschiedene Arzneigruppen kommen bei der Therapie zum Einsatz.

Das sind zum einen die Nukleosidanalogen Reverse Transkriptase-Hemmer. Diese sollen bewirken, dass ein Enzym der Viren belastet wird und sich diese nicht mehr vermehren können. Allerdings schwinden bei der Behandlung die roten und die weißen Blutkörperchen aus dem Blut des Patienten.

Dann gibt es die Nicht Nukleosidanalogen Reverse Transkriptase-Hemmer. Sie binden das für die Vermehrung der Viren verantwortliche Enzym, bringen als Nebenwirkung aber häufig Hautausschläge mit sich.

Protease-Hemmer verhindern, dass sich der HI-Virus in seinem weiteren Leben vermehren kann, wofür auch ein Enzym blockiert wird. Die Viren sind damit nicht mehr ansteckend. Bei der Behandlung kommt es häufig zu Übelkeit und Durchfall.

Fusions-Hemmer werden eingesetzt, wenn die Viren gegen die übliche Therapie resistent wurden. Sie sollen verhindern, dass sich der Virus mit einer Zelle verbinden kann und sie damit infizieren.

CCR5-Antagonisten werden eingesetzt, damit HI-Viren nicht mehr in die Immunzellen eindringen können. So werden weitere Zyklen der Infektion vermieden. Diese Medikamente sind aber noch nicht in den aktuellen Therapie-Leitlinien enthalten.

Zuletzt seien die Integrease-Hemmer genannt, bei denen ein Enzym der Viren blockiert wird, welches der Virus für seine Vermehrung benötigt. Damit kann sich der Virus nicht mehr mit dem menschlichen Erbgut verbinden.